Wir leben in einer Zeit der Veränderung. Medizinischer Fortschritt, demographischer Wandel, neue digitale Möglichkeiten und fortgesetzte Ausrichtung des Gesundheitswesens bieten uns und unseren Patienten Chancen und Herausforderungen.
Unsere Gesellschaft, unser Beruf und die Medizin als Ganzes werden sich in den kommenden Jahren fundamental verändern. Umso wichtiger wird es sein, dies aktiv und konstruktiv mit zu gestalten. Offenheit und Neugier auf das Neue muss unser Handeln prägen, um auch zukünftig einen attraktiven Arztberuf auszuüben.
Wir brauchen daher eine starke, mitgliederorientierte Berliner Ärztekammer, die wirksam und professionell ärztliche Interessen gegenüber Politik und Öffentlichkeit vertritt. Dies werden wir nur durch ein gemeinsames Agieren mit anderen ärztlichen Listen und Organisationen erreichen.
Es gilt die Kammer von morgen, aufbauend auf die erfolgreichen letzten Jahre, zu gestalten, um die großen Herausforderungen zu meistern.

Hierfür werden wir das Projekt „Kammer 2025“ schaffen. Wir gestalten unsere Kammer für unsere Zukunft!

Wofür wir stehen:

1 | FÜR ECHTE WEITERBILDUNG
Was wir erreicht haben: Mindeststandards sind bei den Facharztprüfungen für die Prüfung etabliert, die Prüfer werden geschult, die Befugniszeiten auf Basis transparenter Regelwerke vergeben und schließlich durch die Evaluation der Weiterbildung wird mehr Transparenz über die Weiterbildungsstätten generiert.

Was liegt vor uns, um die Qualität der Weiterbildung in den Krankenhäusern, MVZ und Praxen zu verbessern und zu sichern? Wir setzen uns dafür ein, dass der Ablauf der Weiterbildung klar strukturiert mit vereinbarten Rotationen erfolgt. Das bedingt die konsequente Sanktionierung schlechter Weiterbildung durch die Landesärztekammer. Wir wollen, dass die Weiterbildung unabhängig von ökonomischen Zwängen durchgeführt werden kann. Wir wollen das elektronische Logbuch zur fortlaufenden Dokumentation der Kompetenz sowie erfahrene Ärztinnen und Ärzte, die sich als praxiserfahrene Mentoren zusätzlich schwerpunktmäßig um die Weiterzubildenden kümmern. Wir haben Train-the-Trainer-Kurse für Weiterbildungsbefugte etabliert und haben einen regelmäßigen Austausch der Ärztekammer mit den Sprechern der sich in Weiterbildung befindlichen Ärztinnen und Ärzte begonnen.

Der Marburger Bund Berlin setzt sich ein für:

  • die Unterstützung durch Mentoren
  • die elektronische Dokumentation
  • verbindliche, funktionierende Rotationen und strukturierten Austausch mit Befugten und Assistentensprecherinnen und -sprechern

2 | FÜR STARKE ÄRZTINNEN
Zwei von drei Studienanfängern im Fach Humanmedizin sind heute weiblich. Deshalb fordern wir mehr neue Wege zur Vereinbarkeit von Familie und beruflichem Fortkommen. Wir setzen uns dafür ein, dass Weiterbildung in Teilzeit ermöglicht wird. Wir fordern die Unterstützung beim Wiedereinstieg nach Elternzeit zum Beispiel durch Einarbeitungszeiten oder Schulungen. Wir setzen uns ein für:

  • verbesserte Karrierechancen
  • Wiedereinstiegsprogramme nach Elternzeit
  • die Ermöglichung von Weiterbildung in Teilzeit

3 | FÜR FAMILIE UND BERUF UNTER EINEN HUT
Damit Ärztinnen und Ärzte in einem gesunden Gleichgewicht leben können, fordern wir verlässliche Dienstpläne und planbare Arbeitszeiten. Nur so ist eine bessere Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben zu realisieren. Wir treten ein für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch familienfreundliche Rahmenbedingungen wie eine zuverlässige Kinderbetreuung.

  • Wir setzen uns ein für: verlässliche Dienstpläne
  • planbare Arbeitszeit
  • zuverlässige Kinderbetreuung

4 | WENIGER BÜROKRATIE DURCH DIGITALISIERUNG
Der technologische Fortschritt in der Gesundheitsversorgung muss stärker genutzt werden, um bürokratische Prozesse zu minimieren. Deshalb setzen wir uns ein für die elektronische Patientenakte und ein papierloses Krankenhausinformationssystem mit Tablet und Smartphone. Der Dokumentationsaufwand muss minimiert und effizienter gestaltet werden. Dabei spielt eine intelligente Software eine maßgebliche Rolle. Wir befürworten die telemedizinische Vernetzung, weil die Vernetzung von Ärztinnen und Ärzte aus verschiedenen Krankenhäusern und Praxen über einen kurzen Draht die Qualität der Versorgung steigert.

  • Wir setzen uns ein für: die elektronische Patientenakte
  • intelligente Software
  • die telemedizinische Vernetzung

5 | PATIENTENVERSORGUNG BESSER ORGANISIEREN
Telemedizinische Anwendungen sind ein fester Bestandteil der Versorgung in Schleswig-Holstein. Wir sind überzeugt, dass wir die Fernbehandlung als ärztliche Aufgabe selbst in die Hand nehmen müssen. Deshalb wollen wir die Fernbehandlung seriös und unter Wahrung der berufsrechtlichen Rahmenbedingungen regeln. Wir setzen uns ein für die Vernetzung der ambulanten und stationären Versorgung. Unser Ziel ist die flächendeckende Umsetzung der integrierten Notfallversorgung, um die bestmögliche Patientenversorgung nachhaltig zu sichern.

  • Wir setzen uns ein für: die Regelung der Fernbehandlung
  • die integrierte Notfallversorgung
  • die Vernetzung der ambulanten und stationären Versorgung

6 | MEHR ZEIT FÜR PATIENTEN
Wir sprechen uns für eine geregelte Delegation von Leistungen aus, die nicht den Kernbereich der ärztlichen Tätigkeit betreffen. Deswegen unterstützen wir die Einführung neuer Berufsbilder wie den Physican Assistant, einem medizinischen Assistenzberuf. Eine Substitution ärztlicher Leistungen lehnen wir grundsätzlich ab, da die ärztliche Verantwortung im Interesse der Versorgungsqualität nicht teilbar ist. Wir wollen, dass Ärztinnen und Ärzte nicht länger dem ökonomischen Druck in der Patientenversorgung ausgesetzt sind. Monetäre Anreize im Gesundheitswesen lehnen wir ab.

  • Wir setzen uns ein für: die Entlastung durch Delegation
  • die Übertragung von arztfremden Tätigkeiten
  • Empathie statt Ökonomie

 
7 | GUTE ABSICHERUNG VON ANFANG AN
Wir wollen die Berliner Ärzteversorgung weiter mit gestalten, denn sie sichert uns Ärztinnen und Ärzte im Alter ab. Dabei sind eine renditestarke und nachhaltige Anlagepolitik, sowie Sicherheit und Verlässlichkeit unser oberstes Ziel. Wir wollen unsere berufsständische Ärzteversorgung gegenüber allen staatlichen Begehrlichkeiten bewahren und setzen uns ein für ein unbürokratisches Versorgungswerk.

  • Wir setzen uns ein für: die nachhaltige Sicherung der Altersrente
  • die mitgliederorientierte Führung des Versorgungswerkes
  • die Stärkung der Arztgesundheit ?

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WIR SIND Ärztinnen und Ärzte aus allen Bereichen der Patientenversorgung, angestellt, beamtet, niedergelassen, in Institutionen oder im Ruhestand. Wir decken praktisch das gesamte Spektrum ärztlicher Erfahrung ab. Unsere Basis ist der Marburger Bund.

Wir stehen fest zu ärztlichen Werten, dem bedingungslosen Eintreten zum Wohl des Patienten, zur ärztlichen Unabhängigkeit, zum Arztgeheimnis und zum hohen Stellenwert ärztlicher Ethik.

Wir wollen einen aktiven Beitrag leisten für eine optimale ärztliche Standespolitik und für eine bessere Gesundheitspolitik. Dafür sind wir bereit, notfalls unangenehme Wahrheiten auszusprechen und – gerne gemeinsam mit anderen Akteuren – Lösungen für Probleme zu suchen.

 

WIR FORDERN:

Einen grundlegenden Strategiewechsel der Gesundheitspolitik, weg von der Dezimierung von Kosten, Mengen und Strukturen, hin zu einer Strategie der Optimierung der Versorgung

Investition in Menschen: Mindestpersonalausstattung und Ressourcen für qualifizierende Maßnahmen für alle Gesundheitsberufe inkl. der Weiterbildung

Bereitstellung unabhängigen und gesicherten Wissens durch entsprechende Institutionen

 

WIR BRAUCHEN:

Ihre Unterstützung und ihre Stimme!